Schwierige Lebenslagen

Als schwierige Lebenslage bezeichnet man die strukturelle Unterversorgung eines Kindes in einem oder mehreren der folgenden fünf Bereiche:

  • Armut: prekäre Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern, ungünstige Wohnverhältnisse, kein Geld für Klassenfahrten, Schulbücher etc.
  • Zerrüttete Familien (aller Familientypen): kontraproduktive Erziehungsstile, kein geregeltes Alltagsleben, viele innerfamiliäre Konflikte
  • Bildungsferne und Perspektivlosigkeit: oft negative Schulerfahrungen der Erziehungsberechtigten, Misstrauen gegenüber dem Bildungssystem, eingeschränkte Kommunikationskompetenzen, kein Interesse an Hochkultur, Passivität/Fatalismus
  • Gesundheitliche Probleme: medizinisch bedingte Berufs- oder Arbeitsunfähigkeit, ungesunde Ernährung, häufig Alkohol- oder Drogensucht
  • Exklusion: unzureichende gesellschaftliche Partizipation aufgrund von Diskriminierung oder Segregation, u.U. Anklammern an Sitten und Gebräuche des Herkunftslandes (Reethnisierungstendenz), häufig Informationsdefizite hinsichtlich eigener Rechte und Pflichten

Die Schule und das Kollegium können diese Probleme nicht selbst lösen, werden jedoch mit ihren Konsequenzen tagtäglich konfrontiert und tun deshalb gut daran, sich über mögliche Problemlagen ihrer Schüler fachkundig zu informieren und in enger Kooperation mit den zuständigen, besser dafür gerüsteten Instanzen an einer Verbesserung der individuellen Ausgangslage mitzuwirken. Fruchtbare und auf Basis der gegebenen Ressourcenverteilung realistische Möglichkeiten hierzu werden in dieser Veranstaltung aufgezeigt.

Mögliche Inhalte Ihrer Fortbildung:

  • Hintergrundinformationen zu schwierigen Lebenslagen
  • Situationserkennung
  • Schülerberatung
  • Abstimmung im gesamten pädagogischen Team
  • Elterngespräche
  • Kooperation mit externen Hilfsinstanzen
  • Sicherung kleinschrittiger Erfolge