Leseförderung 2.0

Wohl noch nie haben Kinder und Jugendliche so viel gelesen wie heute. Permanent starren sie auf das Smartphone und lesen Textnachrichten, die vor allem eines sind: kurz. Das müsste kein Nachteil sein. Auch Aphorismen sind ja beispielsweise meistens sehr kurz, aber aufgrund ihrer Verdichtung zugleich äußerst anspruchsvoll, so dass die Lektüre genaues Lesen und intensives Nachdenken erfordert.

Textnachrichten sind jedoch nicht nur kurz, sondern meistens auch gedanklich flach. Der eigentlich relevante Inhalt besteht häufig nicht in einer neuen inhaltlichen Aussage, sondern in der emotionalen Bewertung bereits bekannter Inhalte und Sachverhalte. Nur selten werden dabei feine Zwischentöne der Zustimmung oder Ablehnung formuliert und zu diesem Zweck subtilere Kombinationen aus Bildern, Grafiken und Schriftzeichen benutzt.

Für die Leseförderung bedeutet dies, dass ein Hauptaugenmerk auf die Vermittlung der Fähigkeit zu richten ist, 'über die lange Distanz zu gehen', also auch längere und komplexere Texte zu rezipieren und diese gründlich durchzuarbeiten. Neben den eigentlichen Lektürekompetenzen im engeren Sinne setzt dies nicht zuletzt Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit und Selbstdisziplin voraus. In dieser Veranstaltung werden deshalb Wege aufgezeigt, um die Frustrationstoleranz und Anstrengungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen und ihre Lesemotivation auch für längere und komplexere Texte zu stärken.

Mögliche Inhalte Ihrer Fortbildung:

  • Buchstaben-, Wort-, Satz- und Textebene
  • Textsegmentierung und Lektüreportionen
  • Trainingsplan für den Übergang von der Kurz- zur Langstrecke, von einfachen zu komplexeren Texten
  • intrinsische und extrinsische Lesemotivationen fördern
  • kompetitive und kooperative Vermittlungsformen